Journal · 11. Mai 2026
Was die Agenturlandschaft im Frühjahr wirklich bewegt
Fusionen, Pitch-Müdigkeit und neue Spezialboutiquen: ein Überblick über die Bewegungen, die Marketingentscheider derzeit beschäftigen.
Die Frühjahrssaison bringt traditionell Pitch-Wellen – doch diesmal berichten mehrere Media- und Kreativagenturen von einer spürbaren Zurückhaltung. Auftraggeber verlangen klarere Briefings und kürzere Pitch-Listen, bevor überhaupt Konzepte entstehen.
Gleichzeitig entstehen Spezialboutiquen um Retail Media, Employer Branding und Influencer-Compliance. Diese Häuserer gewinnen Mandate, die früher bei Full-Service-Agenturen landeten – oft mit schlankeren Teams und engeren Branchenkenntnissen.
Für Marketingleitungen heißt das: Anbietervergleiche brauchen neue Kriterien. Statt nur Kreativleistung zu bewerten, rücken Lieferketten im Mediaeinkauf, Transparenz bei Influencer-Verträgen und die Fähigkeit, Kampagnen über Store- und Online-Kanäle zu verzahnen, in den Vordergrund.
Wir haben Gespräche mit sieben Agenturleitungen und vier Inhouse-Teams geführt. Ein wiederkehrendes Motiv: Budgets werden nicht grundsätzlich gekürzt, aber stärker an messbare Verkaufs- oder Recruitingziele gebunden. Das verändert die Art, wie Agenturen ihre Arbeit dokumentieren und präsentieren.